Tiefbauamt | 16. Dezember 2019

Gesamtverkehrsmodell Region Basel: Daten aktualisiert, verbessert und vereinfacht

Sabine Cantaluppi, Tiefbauamt

Seit Ende August 2019 steht das aktualisierte Gesamtverkehrsmodell (GVM) der Region Basel für Anwendungen zur Verfügung. Basis für die Berechnungen im GVM bilden die Strukturdaten – beispielsweise die Anzahl Einwohner, die Anzahl Arbeitsplätze, Personenwagen-Besitzquoten usw. Aus diesen Daten wird berechnet, wieviel Verkehr erzeugt wird und wie hoch die Verkehrsbelastungen sind. Diese Belastungen können für den MIV (motorisierter Individualverkehr), den ÖV (Öffentlicher Verkehr) und mit etwas weniger Genauigkeit für den Veloverkehr modelliert werden.

Mittels Annahmen zur Siedlungsentwicklung oder Änderungen des Verkehrsangebots (z.B. Strassennetz, Angebot im ÖV) lässt sich mit dem GVM die mögliche zukünftige Entwicklung des Verkehrs modellieren. Seit Ende August 2019 steht das aktualisierte und verbesserte Gesamtverkehrsmodell (GVM) der Region Basel für Anwendungen bereit. Das Modell beinhaltet den Ist-Zustand 2016, welcher den aktuellen Zustand wiedergibt. In zwei Szenarien werden mögliche zukünftige Entwicklungen abgebildet. Dies unter Berücksichtigung verschiedener Siedlungsentwicklungen und Infrastrukturprojekte.

Dem Ist-Zustand 2016 liegen Daten aus dem Jahre 2016 zugrunde. Auch die Strukturdaten (Einwohner, Erwerbstätige, Arbeitsplätze, PW-Besitzquote, Abo-Besitzquoten etc.) nehmen Bezug auf das Jahr 2016. Für das "Szenario 2040 Mittel" wurden mittlere, für das "Szenario 2040 Hoch" die hohen Prognosen der Einwohnerentwicklung hinterlegt. Die räumliche Verteilung der zusätzlichen Einwohner, Erwerbstätigen und Arbeitsplätze erfolgte sowohl in Entwicklungsschwerpunkten (lokal starke Entwicklungsgebiete) als auch in der Fläche über die gesamte Region Basel. Beiden Szenarien liegt für die Berechnung des Verkehrsaufkommens dasselbe Verkehrsangebot (Strassennetz und Angebot im ÖV) mit planungsrechtlich und finanziell gesicherten Infrastrukturprojekten zugrunde. 

Neben der Aktualisierung der Daten wurden im GVM die Rechenzeiten markant reduziert und es wurden verschiedene Vereinfachungen vorgenommen. Dadurch kann das Modell flexibler genutzt und die verkehrliche Wirkung kann verständlicher aufgezeigt werden. Die nachfolgenden Beispiele sollen dies illustrieren.

Mit einfacher Methodik lässt sich eine Tabelle erstellen, welche zeigt, wie viele Wege von einer Quelle zu einem Ziel gemacht werden. Quell- und Zielgebiete lassen sich dabei individuell definieren. Die Auswertungen werden für MIV, ÖV, Velo- und Fussverkehr erstellt. Somit sind beispielsweise Aussagen zum Verhältnis MIV – ÖV (Verkehrsmittelwahl) möglich:

Kartographische Visualisierung ÖV- und MIV-Fahrten aus benachbarten Gebieten ins Gewerbegebiet Kägen (Reinach). Die ÖV-Anteile aus dem Raum Birstal und der Kernstadt Basel sind höher als diejenigen aus den Gebieten im Leimental oder äusseren Agglomeration. (Quelle TBA)

Kürzere Rechenzeiten erleichtern es ausserdem, die Projekte in mehreren Varianten (Sensitivitätstest) auszuarbeiten und so die Funktionsweise besser zu verstehen. Diese Sensitivitätstests geben wertvolle Hinweise für ein Infrastrukturprojekt. Beispielsweise sind auf der zu entlastenden Strasse flankierende Massnahmen (z.B. Geschwindigkeitsreduktionen) notwendig, damit die gewünschte Wirkung – den Verkehr auf die neue Strasse zu lenken – auch tatsächlich erreicht wird.

Verkehrsbelastungen MIV mit neuer Strasse: 
Der kleinere Anteil Verkehrsteilnehmende nutzt die neue Verbindung. Eine Verlagerung des Verkehrs ist nicht zu beobachten, da die Verbindung über die ursprüngliche Strasse schneller ist. (Quelle: TBA)

Verkehrsbelastungen MIV mit neuer Strasse und reduzierter Geschwindigkeit auf der zu entlastenden Strasse: 
Mit der zusätzlichen "Verlangsamung" auf der ursprünglichen, zu entlastenden Strasse kann der Verkehr nun über die neue Strasse gelenkt werden. Nur noch Verkehr, der seinen Start- oder Zielort unmittelbar an der ursprünglichen Strasse hat, geht über die ursprüngliche Strasse. (Quelle: TBA)