Lufthygieneamt beider Basel | 31. Oktober 2017

Luftreinhalteplan Beider Basel 2016

Cosimo Todaro, Lufthygieneamt beider Basel

Die Luftbelastung in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Gleichwohl liegt die Schadstoffbelastung oft noch über den Grenzwerten. Weitere Schadstoffreduktionen sind notwendig. Die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben deshalb den Luftreinhalteplan Beider Basel 2016 genehmigt (www.basler-luft.ch).

Die Luftreinhaltepolitik der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft ist ein Erfolgsmodell. Seit Inkrafttreten der Luftreinhaltepläne 1990 bis 2010 der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft hat sich die Luftbelastung deutlich verbessert. Im Vergleich zu früher sind die Luftschadstoffe zurückgegangen. Doch das Ziel ist noch nicht erreicht.

Die Grenzwerte von Feinstaub (PM10) wie auch von Stickstoffdioxid (NO2) werden heute im ländlichen Gebiet im Jahresmittel mehrheitlich eingehalten. In der Stadt Basel und in der Agglomeration liegt der Jahresmittelwert der PM10- und NO2-Konzentration im Bereich der Grenzwerte. An verkehrsexponierten Orten sind die NO2-Grenzwertüberschreitungen teilweise immer noch erheblich. An einigen Tagen pro Jahr, hauptsächlich in den Wintermonaten, treten zudem Überschreitungen des Tagesgrenzwertes von PM10 oder NO2 auf (Wintersmogepisoden). Eine übermässige Ozonbelastung kommt im Sommer flächendeckend vor (Sommersmogepisoden).

Immissionskarte der Jahresmittelwerte im 2015 der PM10-Belastung Basel Stadt und Basel-Landschaft. Der Grenzwert der Luftreinhalte-Verordnung von 20 µg/m3 wird hauptsächlich in Teilen der Stadt Basel und entlang der Hauptverkehrsachsen überschritten. (Quelle: LHA)

Verursacher und Folgen
Zu den wichtigsten Verursachern gesundheitsschädigender Schadstoffe gehören der Verkehr und die Feuerungen. Aber auch die Industrie und das Gewerbe sowie die Landwirtschaft tragen zu den Luftschadstoffen bei. Ursache für den Stickstoffeintrag ist in erster Linie das Ammoniak aus der Viehhaltung der Landwirtschaft.
Die zu hohe Luftschadstoffbelastung führt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind insbesondere die Folge krebserregender Feinstaub- und Russpartikel, die in die Luft abgelassen werden. Zudem beeinflusst zu hoher Stickstoffeintrag aus der Luft Wälder und empfindliche Ökosysteme durch Überdüngung und Versauerung. Dadurch nimmt die Artenvielfalt ab und Wälder werden anfälliger für Sturmschäden.

Gemäss den Berechnungen des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH) verursacht die Luftbelastung in den beiden Kantonen jährliche Kosten von rund 600 Millionen Franken. Mit geeigneten Massnahmen soll die Luftqualität verbessert werden, was eine Reduktion dieser volkswirtschaftlichen Kosten und eine Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung bedeutet.

Massnahmen
Der Ausstoss von Stickoxid (NOx) hat seit 1990 um über 65 Prozent abgenommen, und die Emissionen an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) konnten um rund 80 Prozent reduziert werden. Der Ausstoss von PM10 hat seit 1990 um rund 30 Prozent abgenommen und der von Ammoniak (NH3) um rund 10 Prozent. Der Verlauf der Emissionen sieht für die nächsten Jahre bei allen Schadstoffen eine weitere Reduktion vor. Dies dank Umsetzung der geltenden Gesetzgebung und weil beschlossene sowie neue Massnahmen weitergeführt werden.

Schwerpunkt des neuen Luftreinhalteplans ist es, die krebserregenden Russpartikel aus der Verbrennung von Dieseltreibstoff und Holz zu verringern sowie die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft zu vermindern.
Die Massnahmen sehen technische wie auch organisatorische Lösungen in allen Handlungsfeldern vor. 

Zusammen mit den Massnahmen des Bundes reduziert der neue Luftreinhalteplan die Emissionen in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft erheblich. Allerdings reichen die zusätzlichen kantonalen Massnahmen nicht bei allen Schadstoffen aus, um das Ziel zu erreichen. Der Handlungsspielraum der Kantone und das Instrument Massnahmenplanung stossen hier an ihre Grenzen. Kantonale Massnahmen alleine reichen nicht aus, um alle Luftqualitätsziele zu erreichen. Dazu braucht es zusätzlich nationale Massnahmen in allen Bereichen und eine erweiterte internationale Zusammenarbeit.