BETRIEBSPROBLEM AUF DER ARA LIEDERTSWIL BEHOBEN

Stephan Loosli, Amt für Industrielle Betriebe

BEI DER ROUTINEANALYTIK VOM 21. DEZEMBER 2016 STELLTE DAS LABOR DES AMTES FÜR INDUSTRIELLE BETRIEBE (AIB) FEST, DASS DIE REINIGUNGSLEISTUNG DER ABWASSERREINIGUNGSANLAGE (ARA) LIEDERTSWIL (TSCHOPPENHOF) MASSIV BEEINTRÄCHTIGT WAR. IN DER FOLGE GELANGTE UNGENÜGEND GEREINIGTES ABWASSER IN DEN WEIGISTBACH. DIESE EINLEITUNG FÜHRTE AUCH ZU SCHÄDEN AN DEN KLEINSTLEBEWESEN IM GEWÄSSER.

Der Weigistbach war Ende Dezember 2016 wegen der Trockenheit ein Rinnsal. Deshalb fand auch keine Verdünnung mit Bachwasser statt. Das gereinigte Abwasser der ARA versickert schon kurz nach dem Einleiten in den Weigistbach ins Grundwasser. Zur Vorbeugung und zum Schutz der Trinkwasserversorgung wurden die beiden Trinkwasserquellen Z’Hof (Niederdorf) und die Martinsquelle (Oberdorf) zur Sicherheit vom Trinkwassernetz getrennt.

Der fast ausgetrocknete Weigistbach: ein Rinnsal. (Quelle: AIB)

Das Amt für Industrielle Betriebe hat am 22. Dezember 2016 umgehend die gesamte geschädigte biologische Stufe aus der ARA Tschoppenhof abgeführt und mit gesundem aktivem Belebtschlamm aus der nahegelegenen biologischen Stufe der ARA Frenke 2 in Niederdorf neu angeimpft. Die Reinigungsleistung der ARA hat sich dann auch wieder normalisiert.

Gesunder Belebtschlamm aus der nahegelegenen ARA Frenke 2 in Niederdorf hat die Reinigungsleistung der ARA Liedertswil wieder normalisiert. (Quelle: AIB)

Das gereinigte Abwasser aus der ARA Tschoppenhof und die ARA selber wurden auch über die Festtage laufend intensiv überwacht, um sicher zu gehen, dass die ARA die geforderte Reinigungsleistung einhält. Die Untersuchungen der beiden Trinkwasserquellen haben ergeben, dass die Qualität des Trinkwassers jederzeit einwandfrei gewesen ist. So konnten die Quellen am 24. Dezember 2016 bzw. am 28. Dezember 2016 wieder an das Trinkwassernetz angeschlossen werden.

Dieser Fall zeigt, dass auch bei den Lokalen Abwasserreinigungsanlagen eine gute Reinigungsleistung von grosser Bedeutung ist. Die Wege vom Auslauf der ARA bis zur nächsten Quelle sind meist nur kurz und können doch grössere Auswirkungen hervorrufen.

Warum die Reinigungsleistung gehemmt war, konnte nicht eruiert werden. Wegen der Trockenheit war der Zulauf zur ARA so gering, dass auch eine kleine Menge eines giftigen Stoffes die biologische Stufe der ARA schädigen konnte. Der Vorteil dieser kleinen Anlagen ist, dass nur eine kleine Menge Belebtschlamm geschädigt werden kann, welcher innert kurzer Zeit entsorgt und von Schlamm einer in der Nähe liegenden gesunden ARA ersetzt werden kann. So konnte das negative Ereignis kurz vor den Festtagen innerhalb einer nützlichen Zeit wieder behoben werden.