Amt für Industrielle Betriebe | 31. Dezember 2018

Duggingen: Neues Mischwasserbecken entlastet Gewässer

Sven Bittscheidt, Amt für Industrielle Betriebe

Im Kanton Basel-Landschaft werden die Siedlungen mehrheitlich in Mischsystemen entwässert. Dabei kommt es je nach Witterung zu grossen Unterschieden in der Abflussmenge: Bei Regen fliesst bis zu 100 mal mehr Wasser durch die Kanalisation. Abwasserreinigungsanlagen (ARA) sind nicht für die Behandlung solch grosser Abwassermengen ausgelegt, da dies weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich wäre. Aus diesem Grund wird ab einer bestimmten Regenintensität ungereinigtes Mischwasser – und damit Abwasser – über Kanäle in Bäche und Flüsse abgeführt. Untersuchungen des Amtes für Umweltschutz und Energie (AUE) haben gezeigt, dass in Abhängigkeit von Regenereignissen massive Verschmutzungen in Gewässern auftreten. Abhilfe schaffen hier Mischwasserbecken.

Wenn Kanäle ab einer bestimmten Regenintensität ungereinigtes Mischwasser und damit Abwasser in Bäche und Flüsse entlasten, hat dies nach den immer häufiger auftretenden, längeren Trockenperioden und den anschliessenden Starkregenfällen starke Verschmutzungen zur Folge. Erfahrungen mit den bisher in Betrieb stehenden Mischwasserbecken (MWB) des AIB zeigen, dass die Gewässer bei Regen dank der Speichermöglichkeit massiv von Schmutzstoffen entlastet werden. Das dort aufgefangene Mischwasser wird nach Regenende in der Kläranlage behandelt.

Die Gemeinde Duggingen wies bis vor kurzem noch keine Mischwasserbehandlung auf, sodass die Priorität in diesem Fall hoch war. Der Weg bis zum Projektstart zeichnete sich neben der optimalen Standortsuche und den üblichen Planungsstufen durch Abklärungen mit der betroffenen Gemeinde, den Anwohnern und Parzellenbesitzern aus.

Die spezifischen geologischen Gegebenheiten (hoch anstehender Fels) in der Gemeinde Duggingen beeinflussten die Bauweise des Beckens stark. Zum einen gaben die hydraulischen Notwendigkeiten eine Bauhöhe vor. Auf der anderen Seite sollte der Bau so wirtschaftlich wie möglich sein. Als Konsequenz sollte also das Becken so hoch wie möglich verbaut werden, damit der aufwändige und teure Felsaushub so gering wie möglich ausfiel. Ebenfalls herausfordernd gestaltete sich die Lage des Beckens: Es liegt genau im Bereich eines viel genutzten Fuss- und Velowegs, welcher auch nach dem Bau des MWB nutzbar bleiben muss. Andererseits verläuft  in unmittelbarer Nähe zur Baustelle und damit innerhalb des Arbeitsbereiches des Baukrans eine Bahnstrecke, sodass  die Arbeiten mit der SBB koordiniert und die entsprechenden Sicherheitsauflagen erfüllt werden mussten.

Für das Becken wurde so wenig Fels wie möglich und so viel wie nötig abgebaut. (Quelle: AIB)

Die Arbeiten konnten aufgrund der optimalen Wetterbedingungen zügig und gemäss Terminprogramm ausgeführt werden. Nachdem zuerst die Ablaufkanäle erstellt wurden, konnte das Becken in den Sommermonaten gebaut werden. Bevor das Becken in Betrieb genommen wurde, musste es auf eine ausreichende Dichtigkeit geprüft werden. Diese Prüfung bestand das Becken Anfang September 2018 erfolgreich.

Nach dem Bau des Beckens wurden der Zulaufkanal und das Betriebsgebäude erstellt. Während der gesamten Bauphase wurden unangekündigte Baustellenkontrollen eines Fachmannes durchgeführt, um die Einhaltung der Arbeitssicherheit zu gewährleisten.

Dank optimalen Wetterbedingungen konnte das MWB planmässig fertiggestellt werden. (Quelle: AIB)

Mit Beginn der Umgebungsarbeiten Ende Oktober 2018 wurde auch das Becken in Betrieb genommen. Die maximale Zulaufmenge zum MWB Duggingen beträgt nun 1‘200 Liter pro Sekunde. Die maximale Weiterleitmenge zur ARA beträgt rund 30 bis 40 Liter pro Sekunde. Obwohl das Volumen des Beckens im Verhältnis zu den meisten anderen Becken des AIB mit 220m3 relativ klein ausfällt, erfüllt es heute eine wichtige Funktion.

Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Planern, Bauleitung, Bauunternehmen und dem AIB, konnte das Bauwerk zügig fertig gestellt werden. Auch das Budget wurde eingehalten und gleichzeitig konnte mit dem Neubau ein weiterer Schritt zum Schutz der Umwelt geleistet werden.