Redaktion BUZ | 31. Dezember 2018

Regierungen beider Basel verabschieden gemeinsame Langfristperspektive Hochleistungsstrassen

Redaktion BUZ

Am 13. November 2018 stellten Sabine Pegoraro, Vorsteherin der Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft, Hans-Peter Wessels, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt und Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra) die gemeinsame Langfristperspektive für die Hochleistungsstrassen im Raum Basel vor. Das Infoforum fand in der Aula des FHNW Campus in Muttenz statt. Die Kantone unterstützen das Astra beim Projekt Rheintunnel und dem 8-Spurausbau der A2 zwischen Hagnau und Augst und fordern eine rasche Umsetzung. Zugleich soll die Streckenführung für den Baselbieter Zubringer Bachgraben-Allschwil geklärt werden. Unter der Federführung des Bundes starten ausserdem erste Überlegungen zu einem langfristig zu realisierenden Autobahn-Westring.

In der Region Basel sind die Hochleistungsstrassen täglich stark belastet. Der Bund geht bis in das Jahr 2040 von Zunahmen des öffentlichen Verkehrs von 50 Prozent, des Langsamverkehrs von 30 Prozent und des Autoverkehrs von knapp 20 Prozent aus. Um die Probleme zu lösen und den Unterhalt der Strassen zu gewährleisten, werden im Raum Basel mehrere wichtige und grosse Projekte für den Autoverkehr vorbereitet. Mit der Langfristperspektive Hochleistungsstrassen legen die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt ihre strategischen Positionen hinsichtlich der Hochleistungsstrassen in beiden Kantonen und ihre Haltung gegenüber dem Bund gemeinsam fest. Die Langfristperspektive ist konsistent mit dem Agglomerationsprogramm Basel und steht im Einklang mit den Vorhaben des Bundesamts für Strassen (ASTRA).

Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (ASTRA); Sabine Pegoraro, Vorsteherin der Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft und Hans-Peter Wessels, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt stellten die gemeinsame Langfristperspektive für die Hochleistungsstrassen im Raum Basel vor. (Quelle: BUD)

Rheintunnel beseitigt Engpass Osttangente 
Der Rheintunnel hat für die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt höchste Priorität und darf nicht durch andere Hochleistungsstrassen konkurrenziert werden. Die Kantone fordern vom Bund die möglichst rasche Umsetzung des Rheintunnels. Mit dem Tunnel zwischen Nordtangente und Autobahn A2 beseitigt das Bundesamt für Strassen den Engpass auf der Basler Osttangente. Die Verbindung reduziert den Durchgangsverkehr in Birsfelden und Muttenz massiv und entlastet die Basler Quartiere Breite, Wettstein sowie das obere Kleinbasel vom Verkehr. Der Rheintunnel wird dem Bundesrat voraussichtlich Ende 2019 zur Bewilligung vorgelegt. Mit dem Baubeginn ist frühestens ab dem Jahr 2025 zu rechnen. 
 

Massiv weniger Stau durch Ausbau der A2 zwischen Hagnau und Augst 
Das Bundesamt für Strassen bereitet aktuell den Ausbau der A2 zwischen Hagnau und Augst von sechs auf acht Spuren vor. Der Ausbau reduziert die Staustunden massiv und entlastet die parallel zur Autobahn laufenden Strassen sowie wichtige Kantonsstrassenabschnitte deutlich vom Verkehr. Die Kantons- und Gemeindestrassen zwischen Basel und Augst müssen heute viel Durchgangsverkehr aufnehmen. Die beiden Kantone unterstützen den Ausbau und fordern die rasche Umsetzung durch das Bundesamt für Strassen, möglichst gleichzeitig mit dem Rheintunnel. 

Entwicklungsareal anschliessen mit dem Zubringer Bachgraben-Allschwil 
Mit dem Zubringer Bachgraben-Allschwil schliesst der Kanton Basel-Landschaft das Bachgraben-Areal mit einer leistungsfähigen Kantonsstrasse direkt an die Nordtangente an. Der Kanton Basel-Stadt und die französischen Behörden arbeiten beide unterstützend an dem Projekt mit. Der Zubringer Bachgraben-Allschwil ist ein Teil der Umfahrung Allschwil, der das Baselbieter Stimmvolk im Jahr 2015 zugestimmt hat. Die genaue Streckenführung muss noch geklärt werden. Auf dem Boden von Basel-Stadt wird die Strasse unterirdisch verlaufen und soll dabei einem Autobahn-Westring um Basel nicht im Weg stehen.

Ein Westring würde sowohl die Baselbieter Gemeinden Allschwil, Binningen, Bottmingen als auch Basel West und das Basler Gundeli-Quartier deutlich vom Autoverkehr entlasten.(Quelle: TBA)


 

Westring entlastet Allschwil, Binningen, Bottmingen, Basel West und das Gundeli 
Der Westring ist eine Projektskizze für einen Autobahnring, der die Autobahn-Stammlinie aus dem Raum Hagnau mit der Nordtangente und der A35 verbindet. Langfristig könnte ein solcher Autobahnring die Verfügbarkeit, die Verträglichkeit und die Sicherheit des Nationalstrassensystems rund um Basel gewährleisten. Ein Westring würde sowohl die Baselbieter Gemeinden Allschwil, Binningen, Bottmingen als auch Basel-West und das Basler Gundeli-Quartier deutlich vom Autoverkehr entlasten. Basel-Stadt und Basel-Landschaft streben die Aufnahme eines Westrings in das Nationalstrassennetz an und sind bereit, aktiv in der entsprechenden Projektorganisation des ASTRA mitzuwirken. Die Kantone lassen dafür den Autobahnanschluss Basel-City (Gundelitunnel) als einzelnes, isoliertes Projekt fallen. Die Streckenführung eines Westrings ist noch nicht definiert, das ASTRA wird sie in weiteren Untersuchungen zusammen mit den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt erarbeiten. 
Um die Verkehrsentlastung durch den Westring langfristig zu sichern, setzen die Kantone zeitgleich flankierende Massnahmen auf den Stadt- und Gemeindestrassen um. Die Regierungen von Basel-Landschaft und Basel-Stadt setzen sich zudem für den Ausbau des regionalen Öffentlichen Verkehrs sowie für den Ausbau der Infrastruktur für Velofahrende und für Fussgängerinnen und Fussgänger rund um den Westring ein.