Amt für Raumplanung | 31. Juli 2017

KUNSTDENKMÄLER-INVENTARISATION WÜRDIGT BAUKULTUR IM LAUFENTAL

Richard Buser, Amt für Raumplanung

DER BEZIRK LAUFEN WIRD EIN BUCH ZU SEINEN KUNSTDENKMÄLERN BEKOMMEN. DAS BUCH WIRD IN DER REIHE „DIE KUNSTDENKMÄLER DER SCHWEIZ“ ERSCHEINEN. DIE GESELLSCHAFT FÜR SCHWEIZERISCHE KUNSTGESCHICHTE PUBLIZIERT DIE KUNSTDENKMÄLER-BÄNDE IN VIELEN SCHWEIZER KANTONEN SEIT 90 JAHREN. ZUM KANTON BASEL-LANDSCHAFT SIND BISHER VIER KUNSTDENKMÄLER-BÄNDE ERSCHIENEN. DER BAND ZUM LAUFENTAL WIRD DER FÜNFTE UND LETZTE SEIN. MIT DIESEM BAND SOLL DAS LAUFENTAL KULTURHISTORISCH ERFASST UND GEWÜRDIGT WERDEN.

Duggingen, Schloss Angenstein: Für die Eisenbahnlinie Basel-Delsberg wurde 1875 ein Tunnel in den Schlossfelsen gebohrt. Burgenbau und Eisenbahn werden beide im Kunstdenkmäler-Band zur Sprache kommen. (Quelle: ARP)

Ausgangspunkt ist der heutige Baubestand. Ein Kunstdenkmäler-Band ist mehr als ein Haus-zu-Haus-Inventar: Das kunsttopographische Vorgehen ermöglicht es, einzelne Bauten in ihrem räumlichen und geschichtlichen Zusammenhang darzustellen. Die beiden Kunstdenkmäler-Inventarisatoren Axel Gampp und Richard Buser arbeiten sich von Gemeinde zu Gemeinde vor. Nach Duggingen ist derzeit Zwingen auf ihrem Radar. Der Blick reicht dabei von den Siedlungsstrukturen über die Ortsbilder zu den Fassaden in ausgewählte Bauten hinein. Für das Laufental charakteristisch sind die zahlreichen Kirchen und die baulichen Zeugen der Industrie.

In den Gebäuden der ehemaligen Florettspinnerei Angenstein von 1862 gehen heute Kinder der Rudolf-Steiner-Schule Birseck ein und aus. (Quelle: ARP)

Wie sieht die Arbeit der Kunstdenkmäler-Inventarisatoren aus? Nach dem Studium der Akten und Fachliteratur zu einer Gemeinde oder einem Bauwerk folgen mehrere Augenscheine vor Ort. Dabei werden Gespräche geführt, Fotos gemacht und lokale Archive wie Gemeinde- und Pfarreiarchive besucht. Die Archivarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit für die Kunstdenkmäler-Bände. Die wechselvolle Geschichte des Laufentals bringt es mit sich, dass verschiedene Archive Aufschluss geben können: Zu den Staatsarchiven der Kantone Basel-Landschaft, Bern und Jura gesellen sich das Archiv des ehemaligen Fürstbistums Basel in Pruntrut und das Bischöfliche Archiv in Solothurn. Bei kniffligen historischen und archivalischen Fragen erhalten die Autoren Unterstützung von Historikerinnen und den Archiv-Mitarbeitenden.

Warum arbeiten die Inventarisatoren bei der Kantonalen Fachstelle für Denkmalpflege? Sie tun dies aus mehreren Gründen: Die vorhandenen Dokumentationen und das Bauinventar sind wichtige Arbeitsinstrumente. Besonders wertvoll ist der tägliche Austausch zwischen den Autoren und ihren Fachkolleginnen und -kollegen der Denkmalpflege sowie mit den Mitarbeitenden des Amts für Raumplanung.