Informatik | 31. Juli 2017

SCHULPROJEKT: RELIEF KANTON BASEL-LANDSCHAFT

Kurt Waber, Informatik

WÄHREND EINES ANLASSES DER GEMEINDE LUPSINGEN MIT DEN GEMEINDEANGESTELLTEN IM HERBST 2015 ENTSTAND DIE IDEE, EIN RELIEF ÜBER DEN KANTON BASEL-LANDSCHAFT MIT EINER SCHULKLASSE ZU ERSTELLEN. GUIDO SCHNETZ, PRIMARLEHRER IN LUPSINGEN, KURT WABER, LEITER GIS (GEOGRAFISCHE INFORMATIONSSYSTEME) IN DER BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION (BUD) SOWIE MITGLIED DER BAUKOMMISSION LUPSINGEN BESPRACHEN DIESES DAS THEMA AUSFÜHRLICH. GUIDO SCHNETZ HATTE SCHON EINMAL MIT EINER FRÜHEREN KLASSE EIN RELIEF DER GEMEINDE LUPSINGEN ERSTELLT UND SEIN TRAUM WAR ES SEIT LÄNGEREM, EINMAL EINES ÜBER DEN GANZEN KANTON ANZUFERTIGEN. 

Mit Jean-Marc Buttliger, dem Leiter der kantonalen GIS-Fachstelle konnte Kurt Waber vereinbaren, dass einerseits die in der Verwaltung vorhandenen Geodaten für dieses Projekt abgegeben werden dürfen, sowie die dazu notwendige Datenaufbereitungen in der VGD und in der BUD unentgeltlich geleistet werden zur Förderung für Gemeinde und Schule. Die GIS-Fachstellen Mitarbeiterin Ursula Monzeglio erstellte gut lesbare, generalisierte 50m-Höhenkurven über den ganzen Kanton Basel-Landschaft.

Da Guido Schnetz ein möglichst realistisches Modell erstellen wollte, dieses aber durch die Schüler in Handarbeit mit der Laubsäge zu erstellen war, wurde der Massstab auf 1:50‘000 festgelegt. Für diesen Massstab musste das Kantonsgebiet in 12 laubsägegerechte Rechtecke aufgeteilt werden. Philip Indlekofer von der BUD-Informatik erstellte eine Kartenserie mit 12 Kartenblättern, aus denen bis zu 19 Sägevorlagen (ab Höhenkurve von 250 Meter bis 1150 Meter) für die 4mm dicken Sperrholzplatten der Schülerinnen und Schüler erzeugt wurden.

Die 5. Schulklasse arbeitet während rund sechs Monaten an ihrem Höhenkurven-Relief. (Quelle: INF)

Das Projekt mit den Schülern der 5. Klasse in Lupsingen startete nach den Sommerferien im August 2016. Der Lehrer Guido Schnetz musste die Kinder erst einmal darüber informieren, was Höhenkurven überhaupt sind. Dies wurde spielerisch mit einem Tonberg erklärt, welcher horizontal in Scheiben geschnitten wurde. Die Tonscheiben wurden auf Papier gelegt, umrandet, ausgeschnitten und dann aufeinandergelegt mit dem nebenan gelegten wiederaufgeschichteten Tonberg verglichen.

Dann ging es an die Aufgabe des Höhenkurvenmodells. Jedes Kind nahm sich ein A4-Blatt mit einer Höhenkurve, schnitt den Rand ab und musste diese Höhenkurve meist noch ein wenig generalisiert auf eine Sperrholzplatte durchpausen. Guido Schnetz hatte im Vorfeld Sperrholzplatten in der richtigen Grösse (18x25cm) anfertigen lassen.

Nun funtioniert es! (Quelle: Qellenangabe des ersten Bild)

Richtig beschriftet war es für die Kinder sicher auch nicht ganz einfach zu erkennen, welches das Positiv und welches das Negativ war. Nun konnte die Arbeit mit der Laubsäge beginnen und die Kinder gingen mit grosser Freude daran.

Das Höhenmodell nahm schnell Formen an. Stetes Kleben hebt den Berg und eine grosse Herausforderung für Lehrer Guido Schnetz war es, wirklich im Griff zu haben, welcher Schüler gerade an welchem Höhenkurventeil arbeitete. Kleber auf dem Modell gaben die entsprechenden Hinweise und sobald ein Teil fertig war, wurde es auch gleich angeklebt auf der darunter liegenden Höhenkurvenschicht.

So entstand im Fach „Werken“ der 5. Klasse Lupsingen das ganze Höhenmodell des Kantons Basel-Landschaft im Zeitraum von August 2016 bis Februar 2017. Das Modell wurde koloriert, die Wälder aufgeklebt, die Gemeinden mit einem Stift mit Fahne und Nummer gekennzeichnet. Ebenso wurden ein Titel mit Flaggen und eine Legende aufgeklebt.

Die Klasse hatte beschlossen, das zweite Modell der Bau- und Umweltschutzdirektion zu schenken. (Quelle: GSK)

In derselben Zeit erarbeitete die Klasse sogar noch ein zweites, identisches Höhenmodell. Für die drei Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung war es ein eindrückliches Erlebnis, die Klasse bei einer Werkunterrichtsstunde, bei der fleissig gesägt wurde, zu besuchen. Eine riesige Überraschung und Freude war es, als Guido Schnetz, die Idee der Kinder überbrachte, was mit dem zweiten Modell geschehen sollte: Die Klasse hatte beschlossen, das zweite Modell der Bau- und Umweltschutzdirektion BL (und natürlich auch der GIS-Fachstelle) zu schenken.

Die Bau- und Umweltschutzdirektion BL würdigte dieses Geschenk, indem die Geschäftsleitung eine Glashaube anfertigen liess und das Modell nun in der Eingangshalle der BUD ausgestellt hat.

Gruppenbild: Die 5. Schulklasse aus Lupsingen posiert mit Frau Regierungsrätin Pegoraro, ihrem Lehrer Guido Schnetz (Mitte), Kurt Waber und Philipp Indlekofer von der BUD-Informatik. (Quelle: GSK)


 

Regierungsrätin Sabine Pegoraro hat die 5. Schulklasse von Lupsingen mit ihrem Lehrer Guido Schnetz am 2. Juni 2017 in der BUD empfangen zu einer Würdigung ihrer Arbeit und zur Verdankung des Geschenks. Die Klasse war mit dem Fahrrad angereist und alle erhielten eine Glace und ein Getränk als Stärkung für die Rückreise nach Lupsingen.