«Impulstagung Baustoffkreislauf Regio Basel» zum Potenzial von Recyclingbaustoffen

Yves C. Zimmermann und Dominic Utinger, Amt für Umweltschutz und Energie

Bauabfälle und Rückbaustoffe machen in der Schweiz den mengenmässig weitaus bedeutendsten Abfallstrom aus. Das grosse Verwertungspotenzial wird heute aber noch zu wenig genutzt. Deshalb zählt die Optimierung der Verwertung von Bauabfällen auch zu den Schwerpunktthemen der «Abfallplanung Basel-Landschaft und Basel-Stadt 2017», welche die Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt im Dezember 2017 als partnerschaftliches Geschäft genehmigt haben. Der Gewerbeverband Basel-Stadt greift das Thema ebenfalls auf und führt am 21. März 2019 die „Impulstagung Baustoffkreislauf Regio Basel“ durch. Diese Kurztagung richtet sich an das Baugewerbe, an die betroffenen Ämter sowie an Gemeinden und Akteure aus der Politik. Im Anschluss an Fachreferate werden an der Tagung auch Lösungsansätze diskutiert.

Trotz des grossen Potenzials von Recyclingbaustoffen hat sich in der Region eine eigentliche Kreislaufwirtschaft für Baustoffe noch nicht durchgesetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Primärrohstoffe und Deponieraum sind günstig, gegenüber Recyclingbaustoffen bestehen Vorbehalte bezüglich Qualität und Preis und die Aufbereitung von Bauabfällen zu hochwertigen Recyclingbaustoffen ist anspruchsvoll. Dies alles führt dazu, dass in der Region Basel nach wie vor zu viele Bauabfälle deponiert und zu wenige Recyclingbaustoffe eingesetzt werden. Dies speziell auch im Vergleich mit dem Kanton Zürich, welcher schweizweit als Pionierkanton im Bereich Baustoffkreislauf gilt.

Bei Um- und Rückbauarbeiten fallen grosse Mengen an mineralischen Bauabfällen mit grossem Verwertungspotenzial an (Quelle: AUE).

Die Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt haben im Dezember 2017 das partnerschaftliche Geschäft «Abfallplanung Basel-Landschaft und Basel-Stadt 2017» genehmigt. Ein Schwerpunktthema der bikantonalen Abfallplanung ist die verstärkte Verwertung von Bauabfällen und Rückbaustoffen, wie zum Beispiel Betonabbruch, Mischabbruch oder Aushubmaterial. Zur Umsetzung des Vorhabens hat Regierungsrätin Sabine Pegoraro die Taskforce «Baustoffkreislauf Regio Basel» initiiert.

Durch diese Taskforce werden eine Verwertungsstrategie sowie ein Massnahmenpaket erarbeitet. Dabei wird – analog zur Abfallplanung – eng mit dem Kanton Basel-Stadt und zusätzlich auch mit dem Verband Bauunternehmer Region Basel (BRB) zusammengearbeitet. Durch die Umsetzung von entsprechenden Massnahmen sollen die heutigen Fehlentwicklungen kurz- bis mittelfristig korrigiert werden. Dies mit den Zielen, die Verwertung von Bauabfällen zu steigern und die Menge der deponierten Bauabfälle zu reduzieren. Ausserdem will der Kanton Basel-Landschaft gemäss beschlossener Abfallplanung eine Vorbildfunktion betreffend den Einsatz von Recyclingbaustoffen übernehmen. Gleichzeitig sollen die Prozesse der Deponieplanung und -betreibung überarbeitet und an die Anforderungen der heutigen Gesellschaft angepasst werden.

Zudem müssen neue Deponiestandorte gefunden und raumplanerisch gesichert werden. Da nicht alle Bauabfälle restlos und effizient verwertet werden können, müssen auch künftig regionale Deponien als Bestandteil eines Baustoffkreislaufs für die Ablagerung von nicht verwertbaren Bauabfällen aus dem Wirtschaftsraum Basel zur Verfügung stehen.

Auch künftig wird es aber ausreichend Deponieraum zur Ablagerung von nicht verwertbaren mineralischen Bauabfällen brauchen. Im Bild die Deponie Bruggtal bei Bennwil (Quelle: AUE).

Der Gewerbeverband Basel-Stadt als Vertreter zahlreicher Bau- und Baunebenbranchen unterstützt in diesem Bereich mit der Durchführung der „Impulstagung Baustoffkreislauf Regio Basel“. Diese Kurztagung findet am 21. März 2019 von 16.30 – 19.00 Uhr statt und richtet sich an das Baugewerbe, an die betroffenen Ämter sowie an Gemeinden und Akteure aus der Politik.

Die Impulstagung wird durch Regierungsrätin Sabine Pegoraro und Regierungsrat Christoph Brutschin eröffnet. Verschiedene Referenten werden einen Fachbeitrag leisten und schliesslich Lösungsansätze diskutieren.

Durch die Aufbereitung von mineralischen Bauabfällen zu Recyclingbaustoffen (im Bild Betongranulat) und deren Einsatz, zum Beispiel zur Betonherstellung, können Primärrohstoffe wie Kies geschont werden.