Luftqualität 2018: Hohe Ozonwerte wegen Hitzesommer

Sandra Andris-Ogorka, Lufthygieneamt beider Basel

Während im Jahr 2018 die Stickstoffdioxid-Belastung im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist, wurden etwas höhere Feinstaubbelastungen gemessen. Die Spitzenwerte in Perioden mit hoher Luftbelastung gingen für die Schadstoffe Stickstoffdioxid sowie für Feinstaub im vergangenen Jahr zurück. Entgegen des langfristig sinkenden Trends für die Stickstoffdioxid- und Feinstaubkonzentrationen, wurden aufgrund des Hitzesommers 2018 in der gesamten Region Basel hohe Ozonwerte gemessen. Die Werte lagen sogar leicht höher als im Jahr 2015, erreichten jedoch nicht annähernd die Extremwerte des Jahrhundertsommers 2003. Der im Jahr 2018 neu eingeführte Jahresgrenzwert für die Feinstaubfraktion PM2.5 wurde an den beiden Stationen in der Stadt Basel nicht eingehalten.

Stickstoffdioxid (NO2) – Tagesgrenzwert wird in der Region Basel eingehalten
Im Vergleich zum Vorjahr ist die NO2-Belastung im Jahresmittel an fast allen gemessenen Stationen in der Region Basel leicht zurückgegangen. Dennoch sind im Jahresdurchschnitt die NO2-Werte an den stark verkehrsbelasteten Strassenstandorten nach wie vor zu hoch. Die NO2-Werte liegen an der Feldbergstrasse in Basel bei 46,5 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) und am Autobahnstandort A2 Hard bei 45,5 µg/m3. An den anderen Standorten, die nicht an verkehrsintensiven Strassen liegen, wurde der Jahresimmissionsgrenzwert von 30 µg/m3 eingehalten. Im Jahr 2018 ist auch ein Rückgang von hohen Spitzenwerten zu erkennen. So wurde zum ersten Mal der Tagesgrenzwert von 80 µg/m3 an keiner Station in der Region Basel überschritten.

Ozon (O3) – Hohe Temperaturen führten zu viel Ozon
Der heisse, sonnige Sommer war geprägt von einer hohen Ozonbelastung in der ganzen Region, welche deutlich höher lag als in den Vorjahren. An allen Stationen wurden im Jahr 2018 doppelt so viele Stunden gemessen, die über dem Grenzwert von 120 µg/m3 lagen, als im Vorjahr. Im Vergleich zum Sommer 2015 waren die gemessenen Spitzenwerte gleich hoch, jedoch wurden im Jahr 2018 mehr Stunden über dem Grenzwert gemessen. Die maximalen Ozonkonzentrationen lagen zwischen 178 µg/m3 an der Station St. Johann in Basel und 194 µg/m3 an der Station in Sissach. Der Grenzwert wurde je nach Station während 293 Stunden (Basel St. Johann) und bis zu 890 Stunden (Bettingen, Chrischona) überschritten. Damit war die Ozonbelastung an bis zu zwei Drittel aller Tage im Sommer übermässig hoch. Die hohen Ozonwerte des Jahrhundertsommers 2003 mit Spitzenwerten von 250 µg/m3 und Überschreitungen des Grenzwertes um über 1‘500 Stunden wurden jedoch bei weitem nicht erreicht.

Der heisse Sommer 2018 verursachte lange Phasen mit hoher Ozonbelastung. Im langfristigen Vergleich wurde 2018 für alle drei ausgewiesenen Standortkategorien die höchste Anzahl an Stunden über dem Grenzwert (120µg/m3) der letzten 15 Jahre registriert (Grafik: LHA).

Feinstaub (PM10, PM2.5) – Trend weiterhin sinkend
Die Jahresmittelwerte für PM10 waren an allen Stationen leicht höher als im Vorjahr. An den städtischen, verkehrsexponierten Stationen an der Feldbergstrasse und an der Grenzacherstrasse in Basel lagen sie im Jahresmittel im Bereich des Grenzwertes von 20 µg/m3. An allen übrigen Standorten wurde der Grenzwert eingehalten. Entgegen des Jahresdurchschnitts waren die maximal gemessenen Tageswerte niedriger als im Jahr 2017. Der Tagesgrenzwert von 50 µg/m3 wurde an allen Stationen mehrmals im Jahr überschritten. Im Vergleich zum Jahr 2017 gab es deutlich weniger Tage, die diesen Wert überschritten.

Seit Juni 2018 ist ein neuer Immissionsgrenzwert für Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern (PM2.5) in Kraft. Er ist auf 10 µg/m3 festgelegt. Die Messungen in Basel-Stadt zeigten an der Feldbergstrasse einen Jahresmittelwert von 15,7 µg/m3 und an der Station St. Johann einen Jahresmittelwert  von 13,6 µg/m3. Die gemessenen Werte lagen somit deutlich über dem festgelegten Grenzwert. Ab dem laufenden Jahr wird das Messnetz für PM2.5 mit der Station Sissach erweitert.

Leicht höhere PM10-Jahresmittelwerte wurden in den letzten beiden Jahren in der Stadt und an verkehrsexponierten Standorten aufgezeichnet (Grafik: LHA).