Redaktion BUZ | 30. September 2018

«Die Medienarbeit ist mir ans Herz gewachsen»

Interview: Catia Allemann, Redaktion BUZ

Seit Juli 2018 ist Nico Buschauer neuer Leiter Kommunikation der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Der 36-jährige folgte auf Dieter Leutwyler, der in Pension ging. Nico Buschauer war bis 2011 Polizist bei der Sicherheitspolizei Basel-Landschaft. Im 2011 wechselte er bei der Polizei Basel-Landschaft in den Stabsdienst Kommunikation. Im Jahr 2016 schloss er an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich ein Studium mit dem «Master of Advanced Studies in Communications» ab. Danach war er bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft als Kommunikations- und Untersuchungsbeauftragter tätig. Im Interview mit der BUZ erzählt Buschauer, wie er in der BUD gestartet hat und was ihn bewegt.

BUZ: Vor gut zwei Monaten haben Sie als neuer Leiter Kommunikation in der BUD gestartet. Wie ging es Ihnen dabei?
Buschauer: Ich bin gut gestartet, danke. Natürlich ist im Moment noch sehr vieles neu für mich und ich muss mir zuerst einen Überblick über die verschiedenen Geschäfte und Projekte bei der BUD verschaffen. Die Leute unterstützen mich aber sehr gut dabei, was mir den Start enorm erleichtert hat.

BUZ: Weshalb hat Sie die BUD als Arbeitgeber interessiert?
Buschauer: Die BUD ist wohl diejenige Direktion im Kanton, die das breiteste Spektrum an Themen abdeckt. Ich war in den vergangenen zwölf Jahren immer in der Strafverfolgung unterwegs und wusste in diesem Thema gut Bescheid. Zuerst arbeitete ich bei der Polizei und anschliessend bei der Staatsanwaltschaft. Das war eine spannende Zeit. Die sehr unterschiedlichen Themenbereiche innerhalb der BUD haben mich schliesslich dazu bewogen, den Versuch zu wagen und mich auf diese Stelle zu bewerben.

BUZ: Haben sich Ihre Erwartungen und vielleicht auch Ihre Befürchtungen erfüllt?
Buschauer: Ich muss zugeben, dass ich nicht mit einem derart hohen Medieninteresse an der Arbeit der BUD gerechnet habe. Die „Befürchtung“, dass das Themenspektrum wirklich sehr breit ist und ich nicht von heute auf morgen „dossierfest“ sein kann, hat sich erwartungsgemäss erfüllt… (lacht)

BUZ: Was motiviert Sie besonders an der Aufgabe als Leiter Kommunikation?
Buschauer: Dass ich die Kommunikationsarbeit aktiv gestalten und dabei Verantwortung für die strategische Kommunikation übernehmen darf. Das war in meinem bisherigen Berufsleben nicht in dieser Form möglich. Und dann ist es auch die Zusammenarbeit mit Personen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, die neu und spannend für mich ist.

BUZ: Was zeichnet die BUD aus Ihrer Sicht als Direktion aus?
Buschauer: Die BUD ist ohne Frage eine der wichtigsten Direktionen im Kanton. Ohne Hochbau, Tiefbau, AUE, ARP usw. würde im Kanton nicht mehr viel funktionieren. Von den einzelnen Projekten ist zudem meistens ein grosser Teil der Öffentlichkeit betroffen und es geht dabei nicht zuletzt auch oft um viel Geld. Und das merke ich eben auch bei den Medienanfragen. Die Direktion steht im Fokus der Öffentlichkeit.

BUZ: Wo sehen Sie Handlungsbedarf innerhalb der BUD?
Buschauer: Rein fachlich kann ich das nicht oder zumindest noch nicht beurteilen (lacht). Bei der Kommunikation laufen viele Dinge bereits heute sehr gut. Ich habe mir vorgenommen, erst mal anzukommen und mich in die verschiedenen Dossiers einzuarbeiten. Das hat Priorität. Es gibt aber sicherlich den einen oder anderen Bereich innerhalb der Kommunikation, den wir angehen werden. Eine Schulung für die Mitarbeitenden betreffend den Umgang mit Medienschaffenden finde ich zum Beispiel sehr wichtig.

BUZ: Haben Sie bis jetzt viele Änderungen in der Direktion vorgenommen und wie gehen die Mitarbeitenden damit um?
Buschauer: Nein. Bis jetzt habe ich noch nicht viel umgestellt. Das wäre meines Erachtens auch nicht seriös. Aber klar, jeder neue Mitarbeiter bringt seine eigenen Ideen und Vorstellungen mit. Ob diese gut ankommen oder nicht, müssen Sie nicht mich fragen (lacht).

BUZ: Was ist Ihr Leitsatz im Umgang mit Kundschaft und Mitarbeitenden?
Buschauer: Leben und leben lassen. Für mich steht aber fest, dass die Unternehmenskommunikation ein Dienstleistungsbetrieb innerhalb einer Organisation ist. Unsere „Kunden“ sind nicht nur die Journalistinnen und Journalisten, sondern genauso die Mitarbeitenden der Direktion.

BUZ: Von 2007 bis 2011 waren Sie Polizist. Was hat Ihnen in diesem Beruf gefehlt, dass Sie das Studium zum Kommunikationsexperten absolviert haben?
Buschauer: Die Zeit bei der Polizei Basel-Landschaft war grossartig und ich würde nicht sagen, dass mir etwas gefehlt hat. Der Übertritt in die Kommunikation hat sich eher zufällig ergeben. Ich habe dann zunehmend gemerkt, dass mir die Medienarbeit ans Herz gewachsen ist. Deshalb habe ich mich auch für das Studium an der HWZ entschieden. Und als Leiter Kommunikation bei der BUD habe ich nun die Möglichkeit erhalten, meine Leidenschaft für die Kommunikation voll und ganz auszuleben. Ich muss aber zugeben, dass mein Herz ab und zu blutet, wenn ich die Sirene eines Patrouillenfahrzeuges höre…

BUZ: Ist die Vergangenheit als Polizist für Ihre jetzige Tätigkeit hilfreich?
Buschauer: Ja, ich glaube schon. Als Polizist hat man mit den unterschiedlichsten «Kunden» zu tun. Mit Menschen aus allen sozialen Schichten und Kulturkreisen und mit ganz verschiedenen Geschichten. Das ist eine gute Schule. Und natürlich erfährt man als Polizist nebst vielen spannenden Momenten auch viel Leid. Das prägt einen fürs Leben.

BUZ: Als Leiter Kommunikation müssen Sie immer flexibel sein und stets mit Unvorhergesehenem rechnen. Wie gehen Sie damit um?
Buschauer: Genau das lernt man auch bei der Polizei. In einem nicht immer einfachen Umfeld und unter grossem Druck muss man gut funktionieren. Sonst geht es ziemlich schnell schief und man macht womöglich Fehler, die nicht mehr zu korrigieren sind. Das ist hier nicht anders. Natürlich heisst das aber nicht, dass ich nicht ab und zu ins Rudern komme (lacht).

BUZ: Wo laden Sie Ihre „leeren Batterien“ auf, wenn Sie eine arbeitsintensive Zeit haben?
Buschauer: Zu Hause bei meiner Familie. Ich bin im Mai Vater geworden und meine kleine Tochter bedeutet alles für mich. Oder aber auf Spaziergängen in der Natur mit meiner Frau, zusammen mit unserem Hund.

BUZ: Haben Sie (spezielle) Hobbys?
Buschauer: Ich koche gerne und bin ich eher der Familienmensch. Ich durchlebte schon stürmischere Zeiten, in denen ich sehr viel unterwegs war und geniesse heute einen ruhigen Abend umso mehr. Ein wirklich spezielles oder aussergewöhnliches Hobby habe ich aber nicht.