Tiefbauamt | 30. September 2018

Hochwasserschutz Laufen: Ziegelschürbächli liegt im Freien

Philipp Meyer, Tiefbauamt

Die erste Etappe des Hochwasserschutzes in Laufen ist vollendet. Ein Teilprojekt mit unerwartetem Mehrwert, denn auf Initiative des Kantons und in Kooperation mit den betroffenen Unternehmen liegt das Ziegelschürbächli nun wieder vollständig im Freien.

Fast nichts ist mehr so, wie es am Ziegelschürbächli noch vor einem Jahr war. Der gesamte Gewässerraum zwischen Quelle und Einmündung in den Wahlenbach wurde optisch markant verändert. Der Bachlauf liegt auf seiner ganzen Länge offen, ist naturnah aufgewertet, gesichert, bepflanzt und – wie von Anfang an vorgesehen – mit Schutzmassnahmen gegen Hochwasser versehen. Erste Reptilien haben das Gelände bereits als neuen Lebensraum besiedelt.

Der Hochwasserschutz als Ausgangspunkt
Die baulichen Massnahmen für das Ziegelschürbächli wurden der Öffentlichkeit im März 2017 im Rahmen des Gesamtprojekts zum Hochwasserschutz in Laufen vorgestellt. Sie dienen dazu, einen Rückstau aus der Birs bei einem 100-jährigen Hochwasser aufzufangen und die Areale der LANDI, der Keramik Laufen AG und der SBB vor Überschwemmung zu bewahren.   

(Quelle: TBA)

Die volle Schutzwirkung tritt allerdings erst mit Abschluss des Gesamtprojekts ein. Dass diese Massnahmen vorgezogen wurden, hat einen einfachen Grund: Sie liessen sich in idealer Weise mit einem zusätzlichen Teilprojekt kombinieren.

Auf Initiative des Kantons
Kaum wurden die Hochwasserschutz-Pläne für Laufen im März 2017 öffentlich gemacht, fanden erste Gespräche zwischen dem Kanton Basel-Landschaft und der LANDI Reba AG in Laufen statt. Deren Gewerbeareal liegt nicht nur am offenen, sondern auch auf dem bisher unterirdischen Abschnitt des Ziegelschürbächlis.  

Der Kanton regte an, die eingedolten 110 Meter zu verlegen und als offenen Bachlauf neu zu gestalten. Hintergrund dafür war die Absicht des Unternehmens, auf seinem Areal bis ins Jahr 2019 einen Laden-Neubau zu realisieren. Da es die Gesetze verbieten, auf einem Gewässer zu bauen, hätte die LANDI einen Teil ihres Geländes nicht in die Planung einbeziehen können. Durch die Verlegung und die neue Baulinie konnte 380 Quatratmeter überbaubares Land gewonnen werden.

Quellbereich Ziegelschürbächli mit Nasszonen. (Quelle: TBA)

Offene Türen bei allen Beteiligten
Dem Kanton Basel-Landschaft bot sich gleichzeitig die Chance, die raumplanerischen Verhältnisse am Ziegelschürbächli zu bereinigen. Zudem verfolgt er die Strategie, Hochwasserschutz und Arealentwicklung auch unter dem Gesichtspunkt der Revitalisierung zu planen. 

Die Gespräche mit der LANDI und der ebenfalls benachbarten Similor AG zeigten das Potenzial für ein Projekt auf, in dem sich wirtschaftliche und ökologische Interessen ergänzen. Entsprechend reibungslos konnte die Planung vorangetrieben werden, die mit einer Landabtretung an den Kanton und einem Landabtausch der Unternehmen verbunden war.

Es lag zudem im Interesse aller Beteiligten, die Arbeiten zeitnah auszuführen. Die Verlegung und die Ausdolung des Ziegelschürbächli wurden im vierten Quartal 2017 realisiert, die Hochwasserschutzmassnahmen in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres. Sofern die Quartierplanung wie gewünscht abgeschlossen werden kann, wird die LANDI im Oktober 2018 zu bauen beginnen. Die Baukosten gingen zu Lasten des Kantons. Einen namhaften Beitrag leistete der Ökofonds der aventron AG, die das Kleinwasserkraftwerk Wasserfall in Laufen betreibt. 

Aktueller Stand im Hochwasserschutz-Projekt
Das Arbeitsende am Ziegelschürbächli bildet den Auftakt zu einer nächsten Etappe im Gesamtprojekt „Stadt Laufen – Hochwasserschutz Birs“. Nach intensiven Gesprächen mit allen Anstössern liegt das Projekt vom 20. August bis zum 17. September 2018 in Laufen in der Stadtverwaltung öffentlich auf.