Redaktion BUZ | 31. Oktober 2017

Grosses Interesse an kantonalen Denkmaltagen in Pratteln

Redaktion BUZ

AM 9. UND 10. SEPTEMBER 2017 FANDEN DIE EUROPÄISCHEN DENKMALTAGE ZUM THEMA „MACHT UND PRACHT“ STATT. IN PRATTELN WURDEN AN NEUN STANDORTEN FÜHRUNGEN UND RUNDGÄNGE FÜR FACHLEUTE UND DIE INTERESSIERTE BEVÖLKERUNG ANGEBOTEN. ORGANISIERT WERDEN DIE BESICHTIGUNGEN VON DEN FACHSTELLEN FÜR DENKMALPFLEGE UND ARCHÄOLOGIE SOWIE WEITEREN AM KULTURERBE INTERESSIERTEN ORGANISATIONEN UND PERSONEN. VIER MITARBEITENDE DER KANTONALEN DENKMALPFLEGE BOTEN AN DEN BEIDEN TAGEN FÜHRUNGEN AN UNTERSCHIEDLICHEN STANDORTEN AN. TROTZ TEILWEISE REGNERISCHEM WETTER, WURDEN DIE RUNDGÄNGE GUT BESUCHT.

Walter Niederberger, Stv. Denkmalpfleger, führte durch das Schloss Pratteln. Das ehemalige Weiherschloss wurde von den Eptingern gleichzeitig mit der Burg Madeln um 1275 erbaut. Beim Erdbeben im Jahr 1356 wurde es zerstört und wieder aufgebaut. 1910 ging es an die Einwohnergemeinde über, welche es um 1960 sorgfältig restaurierte. Während den Denkmaltagen nutzten viele Anwohnerinnen und Anwohner die Gelegenheit, zum ersten Mal ein Denkmal aus ihrer Umgebung von innen zu besichtigen.

Ortsbildpfleger Philippe Allemann machte an drei Standorten rund um den Bahnhof Pratteln Rundgänge zum Thema Hochhäuser. Er erläuterte die Kriterien für Hochhäuser, die aufgrund ihrer Ausmasse das Siedlungs- und Landschaftsbild stark prägen. Die Rundgänge waren nicht nur für das Fachpublikum interessant, sondern auch die Bevölkerung hat sich aktiv in die Diskussionen eingebracht. Neben städtebaulichen Aspekten, wie Höhe und Standort, hat vor allem interessiert, in welcher Beziehung die Hochhäuser zum öffentlichen Raum stehen. Dazu beleuchtete Allemann auch die Platzgestaltung und die Erdgeschossnutzung.

Ortsbildpfleger Allemann auf einem Rundgang zum Thema Hochhäuser rund um den Bahnhof Pratteln.(Quelle: ARP)

Ortsbildpflegerin Konstanze Domhardt führte durch den Ortskern von Pratteln. und erläuterte unterschiedliche räumliche Situationen, wie die an der Hauptstrasse, verschiedene Platzgestaltungen und Hofstattsituationen. Anhand eines 300 Jahre alten Aquarells von Emanuel Büchel erklärte sie, wie sich die Gestaltung des Strassenraums von früher bis heute veränderte und zeigte die verschiedenen Merkmale auf. Domhardt erwähnte, dass sich die historischen Entwicklungen im Strassenraum am deutlichsten in den veränderten Vorplätzen ablesen lassen.

Ortsbildpflegerin Konstanze Domhardt erklärt anhand eines 300 Jahre alten Aquarells die Veränderungen an der Hauptstrasse in Pratteln. (Quelle: ARP)

Die Prattlerinnen und Prattler konnten dank den Führungen viel Neues über die eigene Bildungsgeschichte des Dorfes erfahren. Viele Besucherinnen und Besucher kamen auch aus dem Nachbarkanton Basel-Stadt oder aus den umliegenden Ortschaften.

Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, bei einem breiten Publikum das Interesse an den Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. An über zweihundert Orten in der ganzen Schweiz sind jedes Jahr jeweils am 2. Wochenende im September Interessierte zu Führungen, Atelier- und Baustellenbesichtigungen, Exkursionen und anderen Veranstaltungen eingeladen.

Seit der ersten Durchführung im Jahr 1994 haben sich die Denkmaltage zur grössten Veranstaltung im Bereich der Sensibilisierung für Kulturgüter-Erhaltung entwickelt. Siewerden jährlich von mehr als 60'000 Personen besucht. 

Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro eröffnet die kantonalen Denkmaltag in der Scheune des Joerin-Gut in Pratteln. (Quelle: ARP)

Organisiert werden die Besichtigungen an den Denkmaltagen vorab von den kantonalen und städtischen Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie. Sie wählen jedes Jahr die Objekte aus, knüpfen Kontakte zu den Eigentümerinnen und Eigentümern und organisieren die Führungen und Veranstaltungen vor Ort.

Die Europäischen Tage des Denkmals sind ein kulturelles Engagement des Europarates und werden von diesem offiziell lanciert. Unterstützt wird die Initiative auch durch die Europäische Union. Die Denkmaltage finden in 50 europäischen Ländern statt.