Verbundübung „ROTAIA“: Einsatzorganisationen üben Zugereignis

Informationsdienst Kantonaler Krisenstab (KKS)

Im Rangierbahnhof Muttenz kommt es eines Morgens zu einer folgenschweren Havarie: Ein mit Chlor beladener Kesselwagen entgleist und verkantet sich mit dem in Gegenrichtung verkehrenden Benzinzug. Chlor und Benzin treten aus und entzünden sich. Ein Personenzug mit Fussballfans kommt erst wenige Meter vor der Unfallstelle per Notbremsung zum stehen. Mehrere Fussballfans sind verletzt. Auf dieses Szenario trafen die rund 300 Einsatzkräfte, die am 20. September 2017 an der Einsatzübung „ROTAIA“ teilnahmen – ein Grossteil davon Mitarbeitende des Kantons in ihren Funktionen im Kantonalen Krisenstab.

Das Übungsszenario wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), in enger Zusammenarbeit mit der Übungsleitung des Kantonalen Krisenstabes (KKS) und der SBB aus-gearbeitet. Die Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes der Region Basel, namentlich die Feuerwehren, die Polizei, die Sanität, sowie die Zivilschutzkompanie Muttenz und die Kantonale Zivilschutzkompanie Baselland, wurden in diesem realistischen Szenario intensiv beübt.

Nach dem Eintreffen der Rettungskräfte galt es zunächst, die austretenden Flüssigkeiten in entsprechenden Behältern aufzufangen und das Leck in den Waggons zu stopfen. Gleichzeitig mussten einige der Fussballfans, welche mit den Gefahrengütern in Kontakt gekommen waren, dekontaminiert werden. Im Anschluss wurden die Verletzten durch die Sanität betreut und in die umliegenden Spitäler gebracht.

Die austretenden Flüssigkeiten wird in Behältern aufgefangen und das Leck in den Waggons gestopft. (Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS))

Das Ausmass der Übung zog ein reges mediales Interesse nach sich. Im Rahmen der Übung wurden die gespielten Medienschaffenden bei der Kontaktstelle Medien durch den Polizeisprecher über das Ereignis und das Voranschreiten der Rettungsarbeiten informiert. Daneben wurde auch zahlreichen realen Journalisten die Möglichkeiten geboten, sich bei einem Rundgang einen Einblick in die Arbeitsweise der Einsatzkräfte zu verschaffen.

Die Einsatzkräfte kümmern sich um die Verletzten. (Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS))

Die Übung „ROTAIA 2017“ veranschaulichte eindrücklich, wie bedeutsam eine reibungslose Zusammenarbeit der Rettungskräfte im Falle eines Grossereignisses ist. Nur durch eine koordinierte Vorgehensweise konnte garantiert werden, dass die Verletzten schnellstmöglich versorgt wurden und der Gefahrenherd in kürzester Zeit unter Kontrolle gebracht werden konnte. Auch die Rolle der SBB als Betreiberin des Bahnverkehrs war von zentraler Bedeutung. Beispielsweise bei der Information darüber, welche Gefahrengüter in den Waggons transportiert wurden. Ausserdem musste die SBB sicherstellen, dass die Fahrleitungen während dem Einsatz nicht mehr unter Strom standen.

Die Übung „ROTAIA 2017“ veranschaulichte eindrücklich, wie bedeutsam eine reibungslose Zusammenarbeit der Rettungskräfte im Falle eines Grossereignisses ist.  (Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS))

Ein verletzter Fussballfan wird aus dem Zug geführt. (Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS))

Bereits im Vorfeld einer derart gross angelegten Übung ist viel Kooperations- und Vorbereitungsarbeit der Ämter und Direktionen des Kantons Basel-Landschaft notwendig. So mussten beispielsweise Strassensperrschilder bereit- und aufgestellt werden, damit der Verkehr am Morgen rechtzeitig umgeleitet werden konnte.