Hochbauamt | 26. Dezember 2016

„HUGO“ GEWINNT WETTBEWERB FÜR DEN UMBAU DER SEKUNDARSCHULE GELTERKINDEN

Susanne Spindler, Hochbauamt

DAS ARCHITEKTURBÜRO SAVIONI KUITHAN ARCHITEKTEN AUS ZÜRICH HAT DEN WETTBEWERB FÜR DEN UMBAU UND DIE ERWEITERUNG DER SEKUNDARSCHULE GELTERKINDEN GEWONNEN. IN EINEM OFFENEN WETTBEWERB HAT SICH DAS PROJEKT „HUGO“ GEGEN 35 MITBEWERBENDE DURCHGESETZT. DIE ARCHITEKTEN SCHAFFTEN ES, MIT EINER ÜBERRASCHENDEN LÖSUNG DEN VIELFÄLTIGEN ANFORDERUNGEN GERECHT ZU WERDEN UND WURDEN DURCH DIE JURY EINSTIMMIG ZUR WEITERBEARBEITUNG EMPFOHLEN. DIE SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER FREUEN SICH AUF EINE NEUE AULA, EIN LESEZENTRUM UND NEU ANGEORDNETE OPTIMIERTE RÄUME.

Die Schulanlage Hofmatt in Gelterkinden ist seit 1954 stetig gewachsen und musste den sich ändernden Bedürfnissen und steigenden Schülerzahlen durch diverse Ergänzungsbauten und Umbaumassnahmen entsprechen. Die ursprüngliche Pavillonstruktur vom Architekten Max Schneider aus Basel wurde durch mehrere Hochbauten unterschiedlicher Baujahre ergänzt. Heute zeigt sich das Bild einer sehr heterogenen Schulanlage, die durch eine weitere Besonderheit geprägt ist. Im Zuge der Übernahme der Sekundarschulen durch den Kanton wurde die ursprüngliche Parzelle der Schulanlage zwischen der Gemeinde Gelterkinden und dem Kanton so aufgeteilt, dass die sechs Gebäude der Sekundarschule heute auf drei Parzellen verteilt sind. Für Besucher der Schulanlage zeichnet sich zwar nach wie vor das Bild einer Gesamtanlage ab, bei der Projektbearbeitung stellen diese Eigentumsverhältnisse mitunter eine Herausforderung dar.

Schulanlage Hofmatt aus der Vogelperspektive.  (Quelle: Gabriel Schaad)

Die bestehenden Räumlichkeiten der Sekundarschule reichen zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr aus, um alle notwendigen Unterrichtsräume zur Verfügung zu stellen. Es werden Gruppenräume, eine Mediathek sowie eine Aula benötigt. Letztere soll in zwei Räume unterteilbar sein und auch als Musikzimmer genutzt werden. Die Gebäude sollen zudem hinsichtlich Brandschutz und Erdbe-bensicherheit den gültigen Sicherheitsvorschriften angepasst und entsprechend aufgerüstet werden. Die Orientierung auf der Schulanlage ist mitunter schwierig, einen zentralen Haupteingang kann unter den vielen Zugangsmöglichkeiten nicht ausgemacht werden. Daher sind eine allgemeine Verbesserung der Zugänglichkeit und ein hindernisfreier Zugang der Anlage im Speziellen ebenfalls ein Bestandteil der Projektbearbeitung.

Das Projekt sieht vor, die bestehende Gebäudestruktur weitestgehend in seiner Form zu belassen. Im Pausenhof wird die neue Aula als ein eingeschossiger Pavillon platziert, der mit den beiden Bestandsbauten über ein umlaufendes Vordach verknüpft wird. Das neue Volumen passt sich gut an die bestehende Substanz an und verbindet sich durch die dreiseitige Öffnung mit den angrenzenden Aussenbereichen. Das zweigeschossige Lesezentrum wird in die bestehende Aula untergebracht. Die Bestandsgebäude werden ohne tiefere Eingriffe in die Struktur und mit nur wenigen Massnahmen neu geordnet und verbessert. Die angestrebte Verbindung zwischen dem Hofmattweg und der Schulanlage gelingt durch einen strassenseitig vorgelagerten Platz und einer grosszügigen Treppe, welche zum Pausenhof und dem neu geschaffenen Zentrum der Schulanlage führt. Über eine gedeckte Pausenhalle werden alle Gebäudetrakte gebündelt erschlossen.

Modellbild der neuen Schule: Eingriffe rot eingefärbt. (Quelle: HBA)

Mit einem sorgfältig erarbeiteten und schlüssigen Projekt gelingt es den Architekten eine Lösung vorzuschlagen, die sowohl betrieblich als auch architektonisch und wirtschaftlich vollständig überzeugt. Der ressourcenschonende, sanfte Umbau des Bestandes erzielt eine verbesserte Organisation und Orientierung innerhalb der Bestandsgebäude. Das neue Lesezentrum deckt durch seine Lage die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler bestmöglich ab. Die neue Treppenanlage führt zum neuen zentralen Eingangsbereich der Schulanlage und dem angrenzende Aula Neubau. Mit „Hugo“ wurde ein Projekt gewählt, welches in den kommenden Jahren realisiert wird und sich den vielen Herausforderungen mit überzeugenden Ansätzen stellt. Das Resultat wird sicherlich einen positiven Beitrag zu einem neuen Miteinander an der Schule leisten.