Amt für Industrielle Betriebe | 26. Dezember 2016

PILOTVERSUCH: MASCHINELLE VORKLÄRUNG AUF DER ARA BIRSIG IN THERWIL

Gerhard Koch, Amt für Industrielle Betriebe

DIE ABWASSERREINIGUNGSANLAGE (ARA) IN THERWIL STÖSST AN IHRE BELASTUNGSGRENZE. SIE WURDE VOR RUND 20 JAHREN IN BETRIEB GENOMMEN UND SEITHER HABEN SICH DIE SCHMUTZFRACHTEN JAHR FÜR JAHR ERHÖHT. DA KEINE RESERVEFLÄCHE FÜR EINEN AUSBAU DER BIOLOGISCHEN STUFE ZUR VERFÜGUNG STEHT, PRÜFT DAS AMT FÜR INDUSTRIELLE BETRIEBE (AIB) DEN EINBAU EINER PLATZSPARENDEN, MASCHINELLEN VORKLÄRUNG.
 

Mit dieser Einrichtung können organische Stoffe mit Korngrössen grösser als 0.3 mm herausgesiebt werden. Dies führt zu einer Entlastung der biologischen Reinigung um rund einen Drittel. Der abgetrennte Schlamm könnte in einer Faulung vergärt und zu Biogas umgewandelt werden. Somit liessen sich auf elegante Weise zwei Ziele gleichzeitig erreichen: Die Bereitstellung von Kapazitätsreserven für die nächsten 20 Jahre sowie eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz. Erste Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zeigen, dass dieses Konzept nicht nur ökologisch, sondern auch bezüglich der Kosten interessant ist.

Maschinelle Vorklärungen mit Sieben sind in Europa bisher nur vereinzelt in Betrieb. Diese Erfahrungen lassen sich nicht auf die hier herrschenden Verhältnisse der ARA Birsig übertragen (andere Abwasserzusammensetzung und unterschiedliche vorgelagerte Prozesse). Deshalb hat sich das AIB entschieden, halbtechnische Pilotversuche im Massstab von ungefähr 1:10 mit zwei unterschiedlichen Maschinentypen zu fahren.

AIB- Mitarbeiter kontrollieren die Maschine. (Quelle: AIB)

Bei diesen Maschinen handelt es sich im Wesentlichen um rotierende Siebe (Bänder oder Trommeln), welche kontinuierlich die gewünschten im Abwasser enthaltenen Feststoffe zurückhalten. Diese Feststoffe werden aus der Anlage entfernt und gleichzeitig entwässert, sodass ein pumpbarer organischer Schlamm erzeugt wird. Das Sieb selber wird laufend gereinigt und von Fettablagerungen befreit, damit es nicht verstopft. Genau dies ist der heikle Prozess, denn die Maschine soll möglichst lange ohne Betriebsunterbruch laufen. Das so gesiebte Abwasser fliesst anschliessend in die biologische Stufe zur weiteren Reinigung.

Band mit ausgefilterten Partikeln. (Quelle: AIB)

Für die Beurteilung der Abscheideleistung wurden die Zu- und Abläufe der Maschinen regelmässig beprobt und im Labor analysiert. Dies sowie die Betreuung der Versuche wurden von einem Praktikanten mit engagierter Unterstützung des Betriebs während rund einem halben Jahr betreut. Die nun vorliegenden Ergebnisse sind sehr positiv, sodass das Konzept einer mechanischen Vorreinigung in die weiteren Planungsschritte einfliessen kann.